Auszeichnung für außergewöhnliche Initiativen im Bereich der Entwicklungshilfe und der Völkerverständigung an die Freundschaftsgesellschaften Österreich-Afghanistan und Österreich-Burkina Faso **** Mit einem Festakt wurden im Rahmen der PaN-Projektpreisinitiativen 2018 nach Argentinien,

Guatemala und Namibia am 28. Jänner 2019 im Europahaus in Wien durch Landeshauptmann Hans Niessl zwei weitere PaN-Preise des Burgenlandes an die Freundschaftsgesellschaften Österreich-Afghanistan und Österreich-Burkina Faso für ihre vielversprechenden Sozial-Projekte verliehen.

Die PaN-Preise des Burgenlandes wurden von Landeshauptmann Hans Niessl und vom Dachverband der Österreichisch-Ausländischen Gesellschaften (PaN) 2007 ins Leben gerufen, um punktgenau und zielorientiert Entwicklungshilfemaßnahmen zu setzen. Der Landeshauptmann selbst wurde bei der Festveranstaltung vom "Dachverband aller Österreichisch-Ausländischen Gesellschaften - PaN" für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Völkerverständigung und des Friedens mit dem Titel „Ehrenkurator“ ausgezeichnet.

„Das Ziel des Burgenländischen PaN-Preises war und ist es, Menschen und Projekte vor den Vorhang zu bitten, die mit viel Initiative und Eigenleistung Brücken bauen, vor Ort unterstützend tätig sind, um damit Hilfe suchenden Personen so weit als möglich eine Zukunft zu bieten. Wir leben heute in einer Zeit der Globalisierung, der Internationalisierung, der Digitalisierung und der Urbanisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. In einer Zeit, die sich sehr dynamisch entwickelt und ständig neue Herausforderungen sowie gesellschaftliche und politische Veränderungen mit sich bringt. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass es eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus gibt. Daher möchte ich auch den heutigen PaN-Preisträgern danken, die sich ganz besonders intensiv für Entwicklungshilfeprojekte in Afghanistan und Burkina Faso einsetzen“, so Landeshauptmann Hans Niessl.

Das Projekt der Österreichisch-Afghanischen-Gesellschaft befasst sich mit der "Berufsausbildung und Erleichterung des Einstieges von Afghanischen Frauen und Männern in den Arbeitsmarkt von Herat in Afghanistan". Die Stadt Herat wurde deshalb ausgewählt, da sie zu den relativ sicheren Städten in Afghanistan zählt und einen hohen Zuzug an Binnenflüchtlingen hat. Gleichzeitig ist Herat ein Sammelplatz für potenzielle Auswanderer in Richtung Europa, der auch die organisierte Schlepperei anzieht. Ziel und Zweck des Projektes ist es, der lokalen Bevölkerung die Chance zu geben, ein selbständiges oder unselbständiges Einkommen zu verschaffen, das für sie eine Lebensgrundlage darstellt, um in Afghanistan bleiben zu können. Die Arbeitslosigkeit in Afghanistan ist sehr hoch. Durch die Sicherstellung der Ausbildungsmöglichkeiten und Ausbildungsräumlichkeiten können Arbeit, Einkommen und Perspektiven geschaffen und gleichzeitig Auswanderungsbestrebungen verringert werden. Ausbildungsmaßnahmen für potenzielle Auswanderer vor Ort sind in Afghanistan um vieles billiger umzusetzen, als in Österreich. Die spezifische Unterstützung durch den PaN-Preis Burgenland fördert die Integration in den lokalen Arbeitsmarkt. Sie gibt den Absolventen des Berufsausbildungs-Trainings die Möglichkeit, selbst ein Kleingewerbe zu betreiben bzw. einen Arbeitsplatz zu finden. Die ausgebildeten Afghanen kehren in ihre Dörfer zurück bzw. finden im Raum Herat eine Anstellung oder eröffnen ein Kleingewerbe in ihren Heimatdörfern und haben dadurch eine Perspektive vor Ort.

Das Projekt der Österreichisch-Burkinischen-Gesellschaft betrifft die Unterstützung eines Entwicklungshilfeprojektes für die Bevölkerung des Dorfes Sidi, das etwa 50 km westlich von Bobo-Dioulasso in Burkina Faso liegt. Im Umkreis von Sidi leben derzeit rund 500 Menschen, für die der Ort Sidi das Dorfzentrum ist. Im Rahmen des nunmehr 10jährigen Entwicklungshilfeprojektes konnte bereits 2015 für die örtliche Geburten- und Krankenstation ein Brunnen gegraben werden. Da der erste Brunnen an die Grenzen seiner Kapazität angelangt ist, hat die Österreich-Burkinische Gesellschaft den Bau eines zweiten Brunnens organisiert und mit Hilfe der Ortsbevölkerung durchgeführt. Nunmehr trat die Dorfbevölkerung mit ihrem Bürgermeister an die Österreich-Burkinische Gesellschaft mit dem Ersuchen heran, beim Bau einer Volksschule behilflich zu sein. Mit einer Tiroler Partnerorganisation wurden bereits die ersten Bauschritte eingeleitet. Bei ausreichender Finanzierung soll das Schulprojekt noch in diesem Jahr abgeschlossen und die Schule eröffnet werden.

Im Rahmen dieser Festveranstaltung zur Verleihung der PaN-Preise wurde Univ.-Prof. Dr. Hermann Mückler, Mag.a Dr.in Alice Alsch-Harant, Mag.a (FH) Marguerite Machek-Voss, MMag.a DDr.in Petra Schneebauer und GenMjr. i.R. Mag. Karl Semlitsch als Mitglieder des PaN-Vorstandes für ihre herausragenden Leistungen sowie als sichtbares Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für ihre großen Verdienste von Landeshauptmann Hans Niessl das Große Ehrenzeichen des Landes Burgenland verliehen. Niessl dazu: „Die Welt lebt von Menschen, wie den PaN-Preisträgern, die mit ihrem Einsatz und ihrem Engagement ein Beispiel an Menschlichkeit geben. Die Welt lebt aber auch von Menschen, wie den Persönlichkeiten des PaN-Dachverbandes, die mehr tun, als ihre Pflicht, und ausschließlich unbezahlt, global gesehen die Freundschaft fördern und dort zu helfen versuchen, wo dies möglich ist. Der PaN-Dachverband hat sich seit vielen Jahren stets als besonders treuer und verlässlicher Partner des Burgenlandes erwiesen. Den Verantwortlichen ist es auch zu verdanken, dass unser Heimatland Burgenland heute mit vielen Staaten und Regionen hervorragende Kontakte entwickeln und ausbauen konnte.“ 

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